IHK Akademie Schwaben

Mit Vorurteilen aufräumen! – Fakten zum Fachwirt, Meister und Co.

Mit einem Hochschulabschluss in der Tasche verdient man keineswegs generell mehr als ein Nicht-Akademiker. Gleichzeitig ist die Chance, nach einem Studium eine unbefristete Anstellung zu finden, geringer als mit einem Abschluss der Höheren Berufsbildung. Höchste Zeit also, mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen und den Karriereweg der Beruflichen Bildung noch stärker als lohnende Alternative zum akademischen Studium hervorzuheben.
Vergleicht man Gehälter von Akademikern und Nicht-Akademikern, sollte das Lebenseinkommen verglichen werden. Eine aktuelle Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) zeigt, dass der kumulierte Verdienst einer Person mit Ausbildung und anschließender Weiterbildung am Ende des Erwerbslebens fast gleichauf mit dem von jemandem mit Hochschulabschluss liegt, nämlich bei etwa 1,4 Millionen Euro. Dabei gelingt es den Akademikern erst recht spät in ihrem (Berufs-)Leben, den durch längere Qualifizierungszeiten entstandenen Einkommensnachteil aufzuholen. Insbesondere in kostenintensiven Lebensphasen wie der Familiengründung oder dem Erwerb einer Immobilie verfügen beruflich Qualifizierte also bereits über ein gutes finanzielles Polster, während Akademiker nicht selten noch ihren Studienkredit abstottern müssen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Befristungsanteil. Nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liegt dieser für Absolventen einer Meister-/Technikerausbildung bei nur 5,3 Prozent. Der Anteil der Akademiker in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis rangierte indes mit 11 Prozent deutlich über diesen Werten. Zwar werden Stellen im Wissenschaftsbetrieb, die eher von Akademikern eingenommen werden, häufig befristet ausgeschrieben. Gleichwohl ist der Unterschied zu den Absolventen der Höheren Berufsbildung beachtlich.
Das Arbeitslosenrisiko sinkt mit steigendem Bildungsniveau. Seit dem Jahr 1975 hat sich die Rangfolge bei den Arbeitslosenquoten in den Qualifikationsebenen nicht verändert. Nach Berechnungen des IAB lag die qualifikationsspezifische Arbeitslosenquote für Akademiker im Jahr 2018 stabil bei 2,1 Prozent. Bei Fachkräften, die sich zum Fachwirt oder Meister weiterqualifiziert haben, betrug die Arbeitslosenquote im Vergleichszeitraum hingegen lediglich 1,2 Prozent – und sank zudem dabei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozentpunkte. Dies zeigt: Eine duale Ausbildung mit anschließender Aufstiegsfortbildung schützt noch besser vor Arbeitslosigkeit als ein Studium.