Energiemanager des Jahres

And the winner is

 
Hans-Peter Danner hat den Zertifikatslehrgang „EnergieManager IHK“ mit großem Erfolg abgelegt und in allen Prüfungsleistungen 100 % erreicht. Mit seinem Abschlussprojekt zum „Hydraulischen Abgleich im Heißwassernetz der Voith Dienstleistungen und Grundstücks GmbH“ wurde er zum EnergieManager des Jahres in der Kategorie Großbetriebe gekürt. Anlässlich der Übergabe der Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Unternehmen konnten wir ein Interview mit dem Preisträger führen.

Herr Danner, welche Aufgaben hatten Sie im Unternehmen zum Lehrgangsstart?
Grundsätzlich habe ich vor 26 Jahren im Unternehmen mit einer Ausbildung zum Energieelektroniker begonnen. Über die Jahre konnte ich mich bis zum stellvertretenden Kraftwerksleiter weiterentwickelt, bei der Betreiberfirma des Industrieheizkraftwerks auf dem Firmengelände von VOITH. Nach einer Umstrukturierung im Kraftwerk hat mich VOITH als Leiter Netzbetriebe zu sich geholt. In meiner Verantwortung liegt es die komplette Energieversorgung im Werk in Heidenheim mit 4.500 Beschäftigten sicherzustellen. Mein Unternehmen hat sich dem Ziel der Nachhaltigkeit verschrieben, also der Verpflichtung zu ökologisch sauberem, fairem und langfristig erfolgreichem Wirtschaften. Dazu kann ich Beiträge leisten.

Wer hatte die Idee, dass Sie den EnergieManager angehen könnten?
Die Idee dieser Weiterbildung wurde im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs entwickelt. Ich hatte bereits den staatlich geprüften Elektrotechniker und den technischen Betriebswirt absolviert. Jetzt wollte ich gerne meine Fachexpertise erweitern. Mein Vorgesetzter, der sich vor einigen Jahren selbst zum EnergieManager IHK bei der IHK Akademie Schwaben in Augsburg weitergebildet hat, wollte über mehr Generalisten in der Abteilung verfügen, da die Projekte an denen wir mitarbeiten, oft sehr komplex und vielschichtig sind.

Wie konnten Sie vom Unterricht profitieren?
Ich habe keinen Unterrichtsbesuch bereut. Die Dozenten waren exzellente Fachleute und ich konnte viele Einblicke in Themen gewinnen, mit denen ich nicht tagtäglich zu tun habe. Da alle Mitteilnehmer ebenfalls viel Berufserfahrung mitbrachten, entwickelte sich immer ein bereicherndes Unterrichtsgespräch über die Praxis. Highlight war die Exkursion in das Unternehmen eines der Dozenten. Ich hätte mir noch mehr solcher Ausflüge in die gelebte Praxis gewünscht.

War es schwer ein Thema für die Abschlussarbeit zu finden?
Ehrlich gesagt, nein. Ich sehe meinen Job nicht dadurch erfüllt, dass ich die Energieversorgung sicher stelle. Es geht auch darum, qualitativ gut zu sein und Einsparpotenziale zu realisieren. Dazu hätte ich neben dem „Hydraulischen Abgleich im Heißwassernetz“ auch noch weitere Ideen. Schwierig war eher, meinen Ansprechpartner im Prüfungsausschuss davon zu überzeugen, dass ich mein gewähltes Thema in der vorgegebenen Zeit zu Papier bringen und dabei den möglichen Seitenumfang nicht sprengen werde.

Hatten Sie ausreichend Unterstützung vom Unternehmen? Wie reagierten Ihre Chefs?
Das Abschlussprojekt betraf mein unmittelbares Arbeitsumfeld. Ich hatte Zugang zu allen betriebsnotwendigen Daten. Sicherlich war es eine stressige Zeit, aber glücklicherweise hat mir das Tagesgeschäft auch Lücken gelassen das Projekt aufzuplanen und alle notwendigen Berechnungen durchzuführen.

Wie wird das Projekt jetzt im Unternehmen umgesetzt? Wären Sie das Projekt auch ohne den EnergieManager angegangen?
Die Anforderungen an das Prüfungsprojekt für den EnergieManager IHK sind so komplex, dass im Tagesgeschäft kaum ein Projekt in dieser Tiefe betrachtet wird. Entsprechend den Anforderungen an diese Prüfungsleistung gelang es mir die Effekte so überzeugend und detailliert nachzuweisen, dass die einmaligen Investitionskosten von knapp 90.000 € auch sofort vom Unternehmen bewilligt wurden. Meine errechnete Amortisationszeit von 1,1 Jahren für diese Investition war überzeugend. Wir sind dabei das Projekt 1 : 1, wie ich es für den EnergieManager-Abschluss entwickelt habe, umzusetzen.

Wie gut war Ihre Planung oder sind noch neue Problemstellungen in der Umsetzung aufgetaucht?
Wenn wir mit dem Projekt fertig sind, werden die geschätzten Investitionskosten gereicht haben und die Energieeinsparung bzw. Kostenreduktion werden erzielt werden. Die Realisierung braucht noch etwas Zeit, da wir zum Einbau der neuen Differenzdruckregler und Strangregulierventile in das Heißwassernetz die Leitungen stilllegen müssen und dies im Winter kalte Büroräume für die Kollegen bedeuten würde.

Welches Projekt gehen Sie als nächstes an, also nach Ljubljana, wo Sie noch den Internationalen Award entgegennehmen werden?
Ich freue mich sehr auf die Konferenz des internationalen EUREM Konsortium, wenn ich mein Projekt vor Fachleuten vorstellen kann und ich den internationalen Award überreicht bekomme. Ansonsten habe ich einige weitere Ideen die Nachhaltigkeit zu verbessern. Ich kann jetzt ein Projekt realisieren, das sehr effizient ist, aber wir können auch noch an anderen Stellen optimieren.