Dozententag 2018

Analoges Denken in der digitalen Welt

„Ich schätze das Treffen und den Austausch mit den Kollegen.“ „Ein toller Vortrag und interessante Workshops.“ Zwei Stimmen, die wiedergeben, was den Dozententag der IHK Akademie Schwaben ausmacht. Am diesjährigen gemeinsamen Tag zum Gedankenaustausch und für Denkanstöße zur Dozententätigkeit haben wieder 130 aktive Dozenten und Trainer teilgenommen.
Der Geschäftsführer der IHK Akademie, Manfred Lang, begrüßte die Teilnehmer, verbunden mit einem herzlichen Dank für das Engagement, das die hohe Qualität der IHK-Weiterbildung sichert. Er betonte, dass Digitalisierung und Bildung immer zusammen gedacht werden müssen. Das Lernen für die digitale Arbeitswelt werde bevorzugt selbstorganisiert, werde individueller und mobiler und findet künftig auf Lernplattformen, in sozialen Medien oder in virtuellen Klassenräumen statt.
Christian Dierig, stellvertretender Präsident der IHK Schwaben und Aufsichtsratsvorsitzender der IHK Akademie, war wieder ein glühender Verfechter der beruflichen Bildung, ohne sie gegen die akademische Bildung auszuspielen. Tatsache sei, dass sich mittelfristig ein großer Mangel an Fachkräften abzeichne. Er appellierte an die jungen Menschen, ihre Bildungs- und Berufsplanung nicht am gesellschaftlichen Druck oder gar an Vorurteilen auszurichten, sondern sich an ihren persönlichen Neigungen zu orientieren.
Der diesjährige Key Note-Speaker, Dr. Henning Beck, begeisterte mit einem anschaulichen, impulsreichen und lebendig-kurzweiligen Vortrag zum „Analogen Denken in der digitalen Welt“. Als Biochemiker und Neurowissenschaftler beschäftigt er sich mit den Strukturen des menschlichen Gehirns. Für ihn ist das Gehirn eine Organisation voller Schwächen und doch leistungsfähiger als jeder Supercomputer. Der Nachweis dieser Behauptung gelang im überzeugend. Und dieser Vorsprung werde auch auf Jahre erhalten bleiben. Computer können nur lernen, doch wir Menschen verstehen. In diesem Zusammenhang sind Dozenten keine Informationsvermittler, sondern clevere Fragesteller, um Verständnis zu wecken. „Die besten Lehrer, die ich hatte, haben mir eben nicht googelartig die besten Antworten gegeben, sondern die besten Fragen gestellt.“
Die Workshops gaben Anregungen zum adäquaten Umgang mit der Generation Y und Z und einen Anstoß für neue didaktische und methodische Ideen Y und Z, erarbeiteten die Gesetzmäßigkeiten und Handlungsoptionen der Gruppendynamik, vermittelten Fertigkeiten durch die richtige Atemtechnik den Klang der eigenen Stimme und die Sprechwirkung zu verbessern, stellten den inneren Energie-Akku in den Mittelpunkt um Tipps und Tricks für den Erhalt des inneren Gleichgewichts abzuleiten und vermittelten steuerrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Aspekte im Rahmen der freiberuflichen Dozententätigkeit.
Über einen veranstaltungsbegleitenden Fotografen, ein Filmteam und einen Graphic Recorder wurde der Veranstaltungstag umfassend dokumentiert und in Erinnerung gehalten.
„Gerne wieder. Ich freue mich schon auf 2019“, resümiert eine Teilnehmerin. Dann bis Freitag, den 17. Mai, kann heute schon ergänzt werden.